Shiny-Object-Syndrom in der US-Atompolitik

Lesenswerter Artikel bei Golem. Das US-Energieministerium erwartet in den meisten Szenarien, dass die Strommenge aus Kernkraft in den nächsten 25 Jahren sinkt. Und das, obwohl die Regierung Trump den Ausbau mit einer Reihe von Verfügungen erzwingen wollte.

Das Wall Street Journal diagnostiziert das Shiny-Object-Syndrom. Die Fördergelder gehen an Start-ups mit neuen Konzepten, von denen keines technisch ausgereift ist. Dass SMRs vermutlich niemals wirtschaftlich werden, habe ich hier schon geschrieben.

Am interessantesten ist der historische Befund. Unter den 96 aktiven US-Kernkraftwerken finden sich 50 verschiedene Typen. Ein erfolgreicher Bau wurde fast nie wiederholt, es sollte jedes Mal etwas Besseres werden. Das Syndrom ist also keine Marotte dieser Regierung.

Der konventionelle Weg klemmt genauso. Zehn AP1000 für 80 Milliarden Dollar waren geplant, in acht Monaten kam kein Vertrag zustande. Das Kostenrisiko ist zu hoch, der erwartbare Gewinn zu klein.

Bleibt die Deregulierung, und die läuft bereits. Für die SMR-Entwicklung wurden zahlreiche Sicherheitsvorschriften aufgehoben.

Das Hindernis ist hier also nicht die Technikskepsis, sondern die Technikbegeisterung. Bezahlt wird sie mit abgesenkten Sicherheitsanforderungen.

Hier der Artikel bei Golem: https://www.golem.de/news/small-modular-reactor-trump-regierung-hat-bei-atomkraft-das-shiny-object-syndrom-2607-210448.html

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