Der Unfall im Sodium Reactor Experiment (SRE)

Obwohl dieser Unfall auf der INES-Skala mit 5 – 6 eingestuft ist, ist dieser Reaktorunfall in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Das ist kein Wunder, schließlich unterlag der Hergang der Geheimhaltung.

Das Sodium Reactor Experiment (SRE) war ein in den 1950er Jahren betriebener Experimentalreaktor in Santa Susana Field Laboratory in Simi Hills, Kalifornien. Als einer der frühen Versuchsreaktoren seiner Art spielte er eine wichtige Rolle bei der Erforschung der Nutzung von flüssigem Natrium als Kühlmittel in Kernreaktoren. Diese Technologie versprach eine effizientere Wärmeübertragung und höhere Betriebstemperaturen im Vergleich zu herkömmlichen wassergekühlten Reaktoren. Ziel des SRE war es, die Machbarkeit und Sicherheit dieser fortschrittlichen Reaktorkonstruktion zu demonstrieren und wertvolle Erkenntnisse für die Entwicklung zukünftiger Kernkraftwerke zu gewinnen. Durchgesetzt hat sich die Natrium-Kühlung nur bei Brutreaktoren und nicht für Reaktoren, die hauptsächlich der Stromerzeugung dienen.

Im Jahr 1959 ereignete sich jedoch während des sogenannten „Run 8“ ein Unfall. Ein Schmiermittel für Pumpen und Dichtungen sickerte in den Natrium-Kreislauf ein. Es zersetzte sich durch die hohe Temperatur und bildete Klumpen.

Diese Klumpen behinderten die Kühlung von 13 Brennelementen, was zu deren Beschädigung führte. Durch die Beschädigung der Brennstabhüllrohre wurden radioaktive Spaltprodukte in den Primärkreislauf freigesetzt. Feste Spaltprodukte verteilten sich im flüssigen Natrium des Kühlkreislaufs, während sich gasförmige Elemente, darunter auch große Mengen radioaktives Jod, mit dem als Schutzgas eingesetzten Helium im oberen Bereich des Reaktors vermischten. Der Vorfall führte zu einer Abgabe von 28 Curie an Radionukliden über den Kamin an die Umgebungsluft.

Die große Menge an gasförmigen Radionukliden ist der Grund für die hohe Einstufung von 5 – 6 auf der INES-Skala.

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